Dienstag, 07. Januar 2020

Jahresauftakt in Schweden

Noch am Neujahrstag haben sich die beiden derzeit besten Junioren des SSB, Jenny Merker (PSSG zu Dresden) und Lucas Naujoks (PSSG Oschatz), auf den Weg nach Schweden gemacht um sich beim Swedish-Cup in Sävsjö mit den besten skandinavischen Nachwuchsschützen zu messen. Das Besondere an diesem Cup ist, dass hier drei komplette Wettkämpfe mit Finals geschossen werden. 

Für Lucas, der 2020 erst neu in den Juniorenbereich aufgerückt ist, waren es die ersten Wettkämpfe über die „lange“ Distanz von 60 Schuss überhaupt. Mit 556, 549 und 554 Ringen erzielte Lucas in der Summe das drittbeste Ergebnis aller Junioren und erreichte an allen drei Tage den Endkampf. Dort musste er allerdings noch seiner Unerfahrenheit im Umgang mit der hohen nervlichen Anspannung Tribut zollen. Während er im ersten Finale noch einen Konkurrenten hinter sich lassen konnte, musste er an den nächsten beiden Tagen jeweils als ersten die Segel streichen. Trotzdem Kompliment für das gute Abschneiden!

Jenny hatte sich besonders viel vorgenommen. Im Vorjahr war sie nach schulisch bedingt geringer Trainingshäufigkeit dreimal knapp am Finaleinzug gescheitert. Das sollte in diesem Jahr anders werden. Der Trainingsfleiß der letzten Monate und die daraus resultierenden hervorragenden Leistungen beim IWK in Semily und in der Bundesliga haben Anlass zur Hoffnung gegeben, dass sie ihr Ziel, in Sävsjö dreimal das Finale zu erreichen, schaffen wird. Allerdings haben die guten Ergebnisse bei Jenny irgendwie leider auch zu der trügerischen Selbsteinschätzung geführt, dass eine extrem schnelle Schussfolge für sie eine wichtige Voraussetzung für ein gutes Ergebnis ist. In Schweden kam es dann bei den ersten beiden Wettkämpfen zunächst so, wie es kommen musste. Der geringe Zeitabstand zwischen den Schüssen hat Jenny keinen Raum für Fehleranalysen und Erholung gelassen, wodurch es immer wieder zu technisch unsauberen Schüssen bis in den Bereich der Sieben hinein kam. Zusätzlich kam es im Verlauf der ersten beiden Wettkämpfe zu einer zunehmenden Ermüdung, die dazu geführt hat, dass Jennys Versuche, mit den beiden letzten Serien noch alles zu retten, mit einem Fiasko geendet haben. 529 bzw. 528 Ringe waren viel zu wenig, um in dem hochkarätigen Feld der skandinavischen Nationalkader in den Endkampf einzuziehen. 

Nach intensiver Auswertung und einer schlaflosen Nacht mit vielen Selbsterkenntnissen hat sich das Blatt aber dann doch noch zum Guten gewendet. Mit einer hoch konzentrierten Arbeitsweise konnte sich Jenny im dritten Wettkampf auf 551 Ringe steigern und als Vorkampfvierte sicher den Endkampf erreichte. Dort gelang es ihr einmal mehr, ihre Nervenstärke zu demonstrieren. Beim Probeschießen war es ihr zunächst nicht gelungen, ihre Trefferlage zu zentrieren, so dass die Schüsse der ersten beiden 5-er-Serien des Finals fast ausschließlich links oben in der Neun landeten. Da ihr schlechteste Schuss aber nur eine 8,9 war, konnte sie sich trotzdem auf Platz drei einordnen. Nachdem Jenny nach zwölf Schuss realisiert hatte, dass sie ganz vorn mit dabei ist, gab es kein Halten mehr. Von den folgenden zwölf Finalschüssen landeten nur noch drei in der Neun, der Rest im Zentrum. Das hat außer ihr keiner der LuPi-Finalisten aller Altersklassen an den drei Tagen geschafft. Der Lohn war die systematische Elimination ihrer Konkurrentinnen und wachsender Druck auf die führende Norwegerin Aune Ann Helen, deren zwischenzeitlicher Vorsprung von 4,7 Ringen vor dem letzten Finalschuss bis auf 0,7 Ringe geschrumpft war. Zwar behielt Jenny mit 10,1 zu 9,8 auch dort die Oberhand, am Ende konnte sich Aune aber mit 0,4 Ringen Vorsprung ins Ziel retten. 

Glückwunsch an Jenny, die in ihrem siebten IWK-Finale bereits ihre fünfte Medaille gewonnen hat!